Am Ende des Jahres habe ich spontan beschlossen, ein paar Tage in der Sonne zu verbringen. Das Aktienjahr war erfolgreich, ich hatte keine Lust mehr auf Deutschland – also nichts wie weg. Die Preise auf den Kanaren und in Ägypten haben mich schockiert, daher kam mir ein gutes Angebot für Djerba in Tunesien gerade recht. Mit Tunis Air ging es 2,5 Stunden von Frankfurt aus mit Essen kostenlosen an Bord nach Djerba. Ein ruhiger Flug gegen Abend. Ich habe die Tage genutzt, um an meinem zweiten Buch zu arbeiten, zu schlafen und gut zu essen. Leider habe ich die tunesischen Eiswürfel nicht vertragen, was ich mit Magen-/Darmproblemen bezahlen musste. Dazu kam dann noch ein anderes sehr schmerzhaftes gesundheitliches Thema, weswegen ich in die Apotheke musste. Damit verbunden habe ich einen längeren Spaziergang gemacht, der mich allerdings darin bestätigte, dass das Hotel der bessere Ort zum Verweilen ist. Die Gegend außerhalb des Hotels war karg und vermüllt.
Der Jahreswechsel war durchaus gelungen. Es gab viel gutes Essen, die Gala war allerdings ziemlich schlecht. Popmusik und orientalische Tänze sind einfach nicht so mein Ding. Ich habe keine Kontakte gesucht, sondern mich eher intellektuell ausgetobt. Obwohl es mir gesundheitlich nicht gut ging, habe ich die Tage sehr genossen und meine Laune hat sich sehr verbessert. Während es in Deutschland Minusgrade und Aufstände zum Jahreswechsel gab, habe ich hier Sonne getankt und bin gut mit meinem Buch vorangekommen. Ich mag die Atmosphäre von Pianobars und Hotelfoyers irgendwie. Es ist irgendwie toll, dort zu sitzen, zu schreiben, Menschen zu beobachten und etwas zu trinken. Das hat was von Bahnhof deluxe.